Von Sonderkündigungsrecht bis Vorzeitige Ablöse – alles, was Sie zum Thema Kündigung im Leasing wissen müssen

Geschrieben von
Matthias Winter

Leasing-Experte

7. Jul 2024

Mit der Unterschrift auf dem Leasingvertrag unterschreiben Sie einen rechtskräftigen Vertrag, der mit Rechten und Pflichten einhergeht. Eine vorzeitige oder verspätete Kündigung ist daher immer ein schwieriges Thema. Nicht selten kommt es vor, dass Leasingnehmer einen Vertrag vorzeitig kündigen wollen. In manchen Fällen kann die Rate nicht mehr gestemmt werden, in anderen darf die Maschine aus regulatorischen Gründen nicht mehr eingesetzt werden, oder persönliche Hintergründe lassen den Leasingnehmer nach einen vorzeitigen Vertragsausstieg suchen.

Doch auch den Kündigungstermin zu verpassen kann schnell passieren. Denn wenn der Vertrag erstmal läuft, rutschen vertragliche Daten schnell in den Hintergrund, insbesondere wenn die Laufzeit mehrere Jahre beträgt. Gerade bei einem Leasingvertrag ist die Kündigungsfrist häufig länger als beispielsweise bei einem Mobilfunkvertrag. Bei Vertragsabschluss liegt das Datum noch in weiter Ferne. Doch aus den Augen, aus dem Sinn, schnell ist es passiert, dass die Frist verstrichen ist und der Leasingvertrag weiterläuft.

 

Warum ist eine Kündigung im Leasing so ein komplexes Thema?

Wenn Sie einen Leasingvertrag abschließen, unterschreibt einen verbindlichen Vertrag. Die Leasinggesellschaft kalkuliert mit den Raten, um das Leasingobjekt zu finanzieren. Dabei geht sie auch in gewisses Ausfallrisiko ein, dass sie sich mit dem Zins kompensieren lässt.

Doch in allen Fällen ist die Situation nicht aussichtlos. Wir erklären Ihnen nicht nur, was Ihre Rechte sind, sondern auch welche Prozesse Sie jetzt anstoßen müssen.  

 

Fall 1: Vertraglich festgelegtes Kündigungsrecht

In manchen Fällen ist auch ein Kündigungsrecht vertraglich festgelegt, das ist jedoch eher selten der Fall. Selbst wenn das Recht gegeben ist, ist dies häufig an Bedingungen geknüpft, wie beispielsweise, dass eine Kündigung nur nach 40% der Vertragslaufzeit möglich ist. In so gut wie allen Fällen wird bei einer außerordentlichen Kündigung eine höhere Ablösezahlung nötig.

 

Fall 2: Zahlungsverzug des Leasingnehmers

Wenn Sie, der Leasingnehmer, mit zwei oder mehr Raten im Rückstand sind, kann die Leasinggesellschaft den Vertrag außerordentlich kündigen. Dies ist auch der Fall bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Leasinggebers oder Leasingnehmers. Hier kann der Insolvenzverwalter das Leasingverhältnis rechtskräftig kündigen.

 

 Fall 3: Das Leasingobjekt wurde beschädigt

Haben Sie einen Unfall mit dem Leasingobjekt, sodass ein Totalschaden entsteht, so ist eine außerordentliche Kündigung möglich. Grundsätzlich gilt, dass wenn die Reparaturkosten nach einem Unfall mehr als 60% des Widerbeschaffungswerts ausmachen, ist dies ein außerordentlicher Kündigungsgrund. Wichtig ist jedoch, dass der Leasinggeber Schadenersatz geltend machen kann. Der Beitrag basiert je nach Versicherung auf den noch zu zahlenden Leasingraten sowie dem Restwert.

 

Das sind Ihre Alternativen zur Kündigung 

Vorzeitige Ablöse durch einen Aufhebungsvertrag:

Wenn die Leasinggesellschaft zustimmt, kann ein Leasingvertrag durch die Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags vorzeitig beendet werden. In der Regel werden in diesem Fall jedoch hohe Abstandszahlungen fällig, die das finanzielle Ausmaß der Raten häufig übersteigen. Wie hoch die Zahlungen sind, hängt von den ausstehenden Leasingraten, der Vertragsart und dem Restwert des Leasingobjekts ab.

 

Leasingübernahme:

Bei der Leasingübernahme führt eine dritte Partei den Vertrag fort, der Vertrag bleibt aus Leasinggeber Sicht somit bestehen. Dies ist tatsächlich die beste Alternative zur Kündigung, Sie sind aus dem Schneider und der Vertrag bleibt weiterhin bestehen. Beachten Sie jedoch, dass der Leasinggeber zustimmen muss, denn hier hat jede Gesellschaft ihre eigenen Bedingungen. Das trifft auch auf die benötigten Unterlagen für die Übernahme zu, wichtig sind hier neben den persönlichen Daten der Vertragsparteien auch der Zustand des Leasingobjekts inklusive Nutzung und Schäden. Wenn Sie diese Option nutzen möchten, sollten Sie auf Ihren Leasingmakler zugehen, der die Leasinggesellschaft informieren wird. Viele Gesellschaften bieten Portale, wo Leasingnehmer Angebote und Gesuche online stellen können.

 

Widerruf:

In den ersten 14 Tagen haben Sie bei Verbraucherdarlehen eine Widerrufsfrist. Beachten Sie jedoch, dass dies nur im Privatleasing möglich ist. In manchen Fällen ist auch ein Widerruf nach 14 Tagen möglich, nämlich dann, wenn der Vertrag fehlerhaft ist. Dies ist häufiger der Fall, als Sie denken. Lassen Sie daher Ihren Vertrag von einem Anwalt prüfen.

 

Anfechtung des Leasingvertrags

Eine Alternative für die vorzeitige Kündigung ist eine Anfechtung des Vertrags. Dies ist jedoch nur in besonderen Situationen möglich, zum Beispiel arglistiger Täuschung oder Drohung. Bestreitet der Leasinggeber den Grund der Anfechtung, landet der Fall schnell vor Gericht, was zu hohen Kosten führen kann. Versuchen Sie daher nicht leichtfertig den Vertrag anzufechten.

 

Exkurs: Sterbefall des Leasingnehmers

Verstirbt der Leasingnehmer unerwartet, führt dies nicht automatisch zu einer Beendigung des Vertrags. Stattdessen geht dieser auf die Erben des Leasingnehmers über und damit auch die Rechte und Pflichten. Gesetzlich festgelegt ist jedoch, dass den Erben ein einmonatiges außerordentliches Kündigungsrecht eingeräumt wird.

 

Leasingvertrag vergessen zu kündigen – was nun?

Es kann schnell passieren, Leasingvertrag unterzeichnet, abgeordnet, es ziehen zwei, drei Jahre ins Land und die Kündigungsfrist rückt in Vergessenheit. Im besten Fall passiert nichts, der Vertrag läuft einfach aus. Es können jedoch auch verschiedene Konsequenzen eintreten, viele Leasingverträge enthalten eine Klausel, die eine automatische Verlängerung des Vertrags vorsieht, falls keine fristgerechte Kündigung erfolgt. Dies bedeutet für Sie, dass der Leasingzeitraum um eine bestimmte Zeit verlängert wird, und die Zahlungsverpflichtungen weiterhin bestehen bleiben. Als Folge kann dies zu unerwarteten finanziellen Belastungen führen, da die monatlichen Leasingraten weiterhin gezahlt werden müssen.

 Zusätzlich können einige Verträge Strafen oder zusätzliche Gebühren vorsehen, wenn der Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt wird und Folgekosten erhöhen. Es können beispielsweise zusätzliche Inspektionen oder Gebühren anfallen Beachten Sie ebenfalls den möglichen Verlust von Sonderkonditionen oder Rabatten, die im ursprünglichen Vertrag enthalten waren. Treten diese Fälle ein, sollten Sie sich mit Ihrem Leasingmakler und möglicherweise mit einem Anwalt in Verbindung setzen. Denn diese kennen sich mit derartigen Fällen aus und wissen, welche Rechte Sie haben.

 

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